Als Freelender zählst du jeden Euro. Doch die meisten Selbstständigen lassen sich jedes Jahr Tausende Euro durch ungenutzte Steuervorteile entgehen. Das muss nicht sein. Wir zeigen dir die 15 wichtigsten Werbungskosten, die du 2025 von der Steuer absetzen kannst — mit konkreten Beträgen und Fallstricken, die du vermeiden solltest.
💡 Tipp vorab
Nicht alle Ausgaben sind automatisch voll absetzbar. Manche müssen anteilig auf Privat- und Geschäftsanteil aufgeteilt werden. Dokumentiere alles ordnungsgemäß — das Finanzamt fragt gerne nach.
1. Home-Office-Pauschale: Bis zu 1.260 €/Jahr
Seit 2023 gilt die Home-Office-Pauschale: 6 € pro Tag, maximal 210 Tage — also bis zu 1.260 € jährlich. Voraussetzung: Du hast keinen anderweitigen Arbeitsplatz zur Verfügung.
Praxistipp: Führe ein Home-Office-Tagebuch. Notiere, an welchen Tagen du von zu Hause gearbeitet hast. Das Finanzamt akzeptiert auch stichprobenartige Aufzeichnungen, wenn sie plausibel sind.
2. Arbeitszimmer: Maximal 1.250 €/Jahr
Wenn du einen dedizierten Arbeitsraum hast, kannst du diesen absetzen — aber nur unter strengen Voraussetzungen:
- Der Raum muss ausschließlich beruflich genutzt werden
- Er muss der Mittelpunkt deiner gesamten beruflichen Tätigkeit sein (mind. 50% Arbeitszeit)
- Maximalabzug: 1.250 € pro Jahr
Falls das Arbeitszimmer nicht der Mittelpunkt ist, kannst du ihn nur absetzen, wenn du keinen anderen Arbeitsplatz hast — dann aber unbegrenzt (sog. "Teilmittelpunkt").
3. Arbeitsmittel: Sofort oder über Jahre abschreiben
Alles, was du für deine Arbeit brauchst:
| Gegenstand | Regelung |
|---|---|
| Bis 800 € (netto) | Sofortige Vollabschreibung möglich |
| 800 € – 1.000 € (netto) | Sammelposten über 5 Jahre |
| Über 1.000 € (netto) | Abschreibung über Nutzungsdauer |
Praxisbeispiele: Laptop (3 Jahre), Monitor (3 Jahre), Bürostuhl (13 Jahre), Schreibtisch (13 Jahre), Software (1-3 Jahre).
4. Fortbildungskosten: Unbegrenzt absetzbar
Kurse, Seminare, Online-Klassen, Fachbücher, Fachzeitschriften — alles absetzbar, solange es deinem beruflichen Fortkommen dient. Auch Reisekosten zu Fortbildungen zählen dazu.
Achtung: Erststudium (z.B. Bachelor) ist nicht als Werbungskosten, sondern als Sonderausgabe absetzbar — maximal 6.000 €/Jahr (nur begrenzt nutzbar).
5. Reisekosten & Fahrtkosten
Dienstreisen
- PKW: 0,30 € pro Kilometer (bis 20.000 km/Jahr), danach 0,35 €
- Bahn/Flug: Tatsächliche Kosten
- Verpflegungspauschale: 28 € (ab 8h), 14 € (ab 24h Abwesenheit)
- Übernachtung: Tatsächliche Kosten + 20 € Verpflegungspauschale
Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Als Freelancer ohne festes Büro? Schwierig. Falls du ein regelmäßiges Co-Working nutzt, kannst du die Entfernungspauschale (0,30 €/km, max. 4.500 €/Jahr) geltend machen — aber nur für einen Arbeitsplatz.
6. Kommunikationskosten: Telefon & Internet
Bei beruflicher und privater Nutzung kannst du pauschal 20% oder den tatsächlichen Anteil als Werbungskosten absetzen. Bei einem Handyvertrag für 50 €/Monat sind das 120 €/Jahr.
Tipp: Ein detailliertes Verbindungsprotokoll über 3 Monate bildet die Grundlage für die Aufteilung — dann gilt sie meist für das ganze Jahr.
7. Büromaterial & Verbrauchsgüter
Papier, Druckerpatronen, Stifte, Ordner — alles unter 800 € sofort absetzbar. Auch kleine Dinge summieren sich: Ein Ordner für 2 € ist genauso absetzbar wie ein neuer Drucker.
8. Rechts- & Steuerberatung
Kosten für Steuerberater, Rechtsanwälte, Unternehmensberater — alles voll absetzbar. Auch Software zur Buchhaltung oder die Kosten für ElsterFormular gehören dazu.
9. Versicherungen
Beruflich bedingte Versicherungen sind absetzbar:
- Berufshaftpflichtversicherung
- Rechtsschutzversicherung (beruflicher Teil)
- Unfallversicherung (beruflicher Teil)
10. Bewirtungskosten
Kundenessen, Geschäftsessen — 70% absetzbar, wenn beruflich veranlasst. Belege mit Teilnehmern und Geschäftszweck aufbewahren!
11. Mitgliedschaften & Abonnements
Beruflich relevante Mitgliedschaften:
- Industrieverbände & Berufsverbände
- Fachzeitschriften (auch digital)
- Online-Tools (Notion, Adobe, etc.)
- Co-Working-Mitgliedschaften
12. Marketing & Werbung
Website, Visitenkarten, Anzeigen, Messebesuche, Sponsoring — alles voll absetzbar. Auch die Kosten für dein Portfolio oder eine professionelle Fotoshooting zählen hierher.
13. Bewegliche Wirtschaftsgüter unter 250 €
Die gute alte "250-Euro-Regel": Geringwertige Wirtschaftsgüter können sofort voll abgeschrieben werden — auch wenn sie eigentlich über mehrere Jahre gehören würden.
14. Sonderabschreibung nach § 7g EStG (degressive AfA)
Für bewegliche Wirtschaftsgüter kannst du in den ersten Jahren höhere Abschreibungen vornehmen — bis zu 20% zusätzlich im ersten Jahr. Spart Steuern früh und verbessert Cashflow.
15. Investitionsabzugsbetrag
Plant größere Anschaffungen? Du kannst vorab bis zu 50% der geplanten Investition als Abzugsbetrag geltend machen — und sparst sofort Steuern, bevor du überhaupt gekauft hast.
Zusammenfassung: Das bringt's im Schnitt
| Posten | Typischer Betrag/Jahr |
|---|---|
| Home-Office-Pauschale | 1.260 € |
| Arbeitsmittel (Laptop, etc.) | 800 – 2.000 € |
| Fortbildungen | 500 – 3.000 € |
| Kommunikation (Telefon/Internet) | 300 – 600 € |
| Fachliteratur & Abos | 200 – 800 € |
| Reisekosten | Variiert stark |
| Gesamt typisch | 3.000 – 8.000 € |
Bei einem Steuersatz von 30-42% bedeutet das eine Ersparnis von 900 € bis 3.360 € pro Jahr.
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AuszugInsights analysiert deine Kontoauszüge automatisch und erkennt absetzbare Ausgaben — ohne dass du selbst danach suchen musst.
Jetzt auf die Warteliste →Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
- Keine Belege sammeln: Digitale Belege sind ausreichend, aber du musst sie ordnungsgemäß archivieren (GoBD-konform).
- Privatanteile nicht aufteilen: Ein Laptop zu 50% privat genutzt? Nur 50% absetzen — sonst wird's teuer beim Finanzamt.
- Ausgaben vergessen: Viele kleine Posten (Bahnfahrten, kleine Anschaffungen) gehen im Alltag unter. Systematische Erfassung hilft.
- Fristen versäumen: Steuererklärung für 2024 ist bis 31.07.2025 (31.05.2025 mit Steuerberater) fällig.
Fazit
Die deutsche Steuerordnung bietet Freelancern zahlreiche Möglichkeiten, die Steuerlast zu senken. Der Schlüssel liegt in der konsistenten Dokumentation und dem Wissen, was überhaupt absetzbar ist. Mit den 15 Punkten aus diesem Artikel hast du einen soliden Grundstock — und mit Tools wie AuszugInsights wird die Erfassung zum Kinderspiel.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine Steuerberatung dar. Für konkrete Fragen konsultiere bitte einen Steuerberater.